Ein langer Weg bis zur Rohlf-Orgel in Immanuel ...

 

Im Juli 1990 wird die Immanuelkirche aufgrund einer festgestellten Asbestverseuchung geschlossen und der Innenraum einschließlich Inventar komplett gereinigt.

 

Auch die aus den 30er-Jahren stammende elektro-pneumatische Steinmeyer-Orgel ist in Mitleidenschaft gezogen und muss ausgebaut werden. Dabei wird das Werk so sehr beschädigt, dass sich die Frage nach einer Orgelneuanschaffung stellt.

 

Eine (im Übrigen recht hitzig ablaufende) Gemeindeversammlung zeigt eine deutliche Mehrheit für die Anschaffung eines neuen Instrumentes. Der Kirchenvorstand beschließt diese formell im Januar 1991.

 

Die alte Orgel wird mit der Spitzhacke abgerissen und als Sondermüll entsorgt. Für die Gemeinde beginnt der lange Weg mit Überlegungen zum Orgelbauer, zur Disposition und natürlich zur Finanzierung der neuen Orgel.

 

Ein Orgelausschuss wird in Immanuel gegründet und Ausschreibungen an sieben verschiedene Orgelbaufirmen im In- und Ausland versandt.

 

Währenddessen treibt Pfarrer Götz von Egloffstein als „Promotor“ der neuen Orgel bereits ihre Finanzierung voran. Mit flammenden Worten zerstreut er die Skepsis der Gemeinde gegenüber einer so horrend teuren Anschaffung (immerhin werden am Ende knapp 500.000 DM aufzubringen sein) und  entfacht eine Welle an Solidarität und Spendenbereitschaft, die Immanuel bis dahin nicht kannte. (Innerhalb eines Jahres gehen bereits 92.000 DM an Orgel-Spenden ein!) 

 

Eine Reihe von hinreißend phantasievollen Aktionen der Gemeinde zur Orgelfinanzierung werden glücklicherweise unterstützt von der Organistin Frau Professor Hedwig Bilgram, die mit mehreren Benefiz-Konzerten und einer Benefiz-CD Immanuel den Rücken stärkt.

 

Nach Besichtigungsfahrten des Orgelausschusses zu mehreren Orgelbaufirmen, die in der engeren Wahl stehen, vergibt der Kirchenvorstand den Auftrag zum Orgelneubau an die Firma Rohlf in Neubulach im Schwarzwald.

 

Am 27. Juli 1992 wird der Orgelbauvertrag unterschrieben – es wird drei Jahre bis zu ihrer Fertigstellung dauern.

 

In der Zwischenzeit endet die kantorlose Zeit in Immanuel mit dem Dienstantritt  von Konstantin Köppelmann, der nun fachmännisch beratend zur Seite steht, wenn die endgültige Disposition der Orgel (in einer Barockstimmung) oder die Prospektgestaltung beschlossen werden müssen.

 

Am 9. August 1995 kommt die Orgel nach München, wird aufgebaut, intoniert und erhält anschließend ihre Farbfassung durch Hubert Distler, den Künstler der Glasfenster und des Altarfreskos in Immanuel.

 

Orgelweihe ist in einem festlichen Erntedank-Gottesdienst am 1. Oktober 1995.

 

2005: Immanuel feiert das 10-jährige Orgeljubiläum mit einer kleinen Fotoausstellung im Eingangsbereich des Gemeindezentrums. Bildergalerie

 

 

 

Kantor Konstantin Köppelmann an der Rohlf-Orgel am Tag der Orgelweihe

 

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